Aktuelle Ausgabe 01/2013

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Vegan am Bodensee

Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Leben als Vegetarier oder versuchen seltener und bewusster… [mehr]

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Interview Sportfreunde Stiller

Die Sportfreunde Stiller, Deutschlands grösste Indie-Band spielten in Konstanz und zwar nicht bei unserem… [mehr]

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Of Monsters And Men begeistern Zürich

Ein bisschen Wehmut klingt in den Stimmen der Besucher des heutigen Konzerts im Züricher Abart. Denn… [mehr]

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Der SPOTZ Terminkalender für den Bodensee

Ab sofort haben wir für euch den SPOTZ Terminkalender für den Bodensee für euch, der nicht nur ausgewählte… [mehr]

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Die Zukunft des Internets?

Ein kleiner Denkanstoss für alle Internetnutzer Als die Advanced Research Project Agency (ARPA), des… [mehr]

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SPOTZ Stylecheck I Guerilla Stricken

Neuerdings sieht man an verschiedenen Ecken bunte Bäume, Fahrradständer, Straßenschilderpfosten...… [mehr]

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Serdar Somucu im dämlich-dümmlichen Interview

Was haben wir uns gefreut, ein Interview mit Deutschlands bestem Comedian, Serdar Somuncu! Nach stundenlangem… [mehr]

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veganImmer mehr Menschen entscheiden sich für ein Leben als Vegetarier oder versuchen seltener und bewusster Fleisch zu essen. Den noch konsequenteren Schritt hin zu einer veganen Lebensweise, d.h. man verzichtet in Gänze auf tierische Produkte also auch auf Milch, Eier, Leder oder andere aus Tieren gewonnenen Rohstoffe, wagen nur wenige. Auf den morgendlichen Schuss Milch im Kaffee, Käse in allen Varianten oder auf das Frühstücksei wollen nur wenige verzichten. Dabei geht es jedoch nicht ausschliesslich um die Geschmäcker der Personen oder um die Liebe zum Tier sondern viele wählen die vegane Lebensweise aus weit generelleren Gründen. Die Argumente für eine vegetarische Ernährung sind mittlerweile den meisten Menschen bekannt und werden auch tagtäglichen in den Medien thematisiert.

Es scheint als wäre man als Befürworter einer vegetarischen oder veganen Lebensweise argumentativ klar in der Oberhand. Die weltweiten Schäden, die durch Massentierhaltung hervorgerufen werden, sind nur schwerlich zu bestreiten, ethische Widersprüche sind offensichtlich und auch gesundheitliche Vorteile liegen auf der Hand. Die Betonung wird in Diskussionen meist gerade auf den Aspekt der Ernährung und nicht auf den der bewussten Entscheidung für eine Ernährungs- beziehungsweise gelegt. Diese scheinen nur ein Nebenprodukt zu sein, über das man auch ausserhalb einer Ernährungsdebatte diskutieren kann.

Das offensichtlichste Argument gegen eine vegetarisches Ernährung ist, dass Fleisch ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung ist. Was nun tatsächlich wesentlich ist, lässt sich wohl kaum im Gesamten beantworten. Der Mensch war schon immer gezwungen sich an die schwierigsten Gegebenheiten anzupassen und seine Ernährung umzustellen. Diese Umstellung ist in der westlichen Welt nur noch in Ausnahmefällen notwendig, nur besteht dieser Zustand nun seit höchstens einer Generation. Viele Mediziner empfehlen die vegetarische Ernährung, warnen jedoch vor Mangelerscheinungen bspw. B12. Darum lassen sich auch viele regelmäßig beim Arzt durchchecken, nur ob es notwendig ist, die verschiedensten Präparate schlucken zu müssen, hängt auch von der jeweiligen Person ab und auch inwiefern man sich ausgewogen ernährt.

Kann man jemandem verbieten Fleisch zu essen? Es bleibt jedem selbst überlassen wie er sich ernähren möchte. Bevormundung ist nicht die Lösung. Jedoch sollte mehr Zeit in die Aufklärung über bewusstere Ernährung investiert werden und die Diskussion eine grösse politische Basis erhalten. Ein interessanter Ansatz ist der Veggieday d.h. in Kantinen, Kitas, Schulen und Restaurants soll bspw. jeden Donnerstag die vegetarische Küche im Vordergrund stehen, was schon in Bremen umgesetzt wird. Auch grosse Discounter bieten mittlerweile vegane Alternativen zu Fleisch an. Unverständlich bleibt, warum diese gerade als Fleischersatzprodukte bezeichnet werden. Wer ein knackiges Würstchen oder ein saftiges Steak möchte, wird sich kaum von der veganen Alternative überzeugen lassen. Und auch einem Veganer müssen die labbrigen Würstchen nicht schmecken, nur weil er Veganer ist.

Viele Veganer vernetzen sich um Erfahrungen auszutauschen oder Information zusammenzustellen und Veranstaltungen zu planen. Auch am Bodensee werden regelmäßig Themenabende, vegane Kochkurse und Grillfeste oder andere Veranstaltungen zum Thema organisiert.

  • Am 31. Mai 2013 findet das vegane Strassenfest der Schweiz, das Veganmania, in Winterthur statt. Infos unter veganmania.ch
  • In Konstanz gibt es eine Regionalgruppe des Vegetarierbunds Deutschland. Am ersten Mittwoch jeden Monats findet ein Stammtisch im Cafe Exxtra statt. Auch wurde für den Hegau-Bodensee Kreis eine Ortsgruppe gegründet. Mitglied dieser Gruppe Rainer Degen hat ein lesenswertes veganes Bodensee-Manifest geschrieben.
  • Seit 1994 wird jährlich am 1. November der Weltvegantag gefeiert. In ganz Deutschland finden verschiedene Veranstaltungen und Feste statt.
  • Am Bodensee bieten viele Restaurants auch vegane und vegetarische Alternativen auf ihrer Speisekarte und auch einige Supermärkte stellen ein grosse Angebot bereit:
  • Der Supermarkt „Biofritz“ in Überlingen bietet ein grosses Sortiment
  • Das Bistro „Bio Vegan Spirit“ in Singen bietet täglich vegane Menüs an
  • Der Gasthof Grüner Baum in Stetten hat ein veganes Überraschungsmenü auf der Karte
  • In den indischen Restaurants „Maharani“, „Sitara“, „Rambagh Palace“ in Konstanz werden verschiedene vegatarische Gerichte angeboten, auf Wunsch auch vegan.

KIZMaxim und Tarek standen uns auf dem Mini Rock Festival Rede und Antwort.

Ihr seit jetzt zum zweiten Mal beim Mini Rock Festival freut ihr euch wieder hier zu sein?

Maxim: total, ich bin glücklich wieder hier zu sein. Ich saß auch schon am Neckar, aber es gibt zu viel Viechzeugs bei euch. Ihr solltet was gegen die Insektenbevölkerung tun.

Ihr tretet nacher noch auf, auf was können sich eure Fans freuen?

Tarek: Auf das gleiche wie immer, erstklassige Unterhaltung, eine unfassbar legendäre Performance und einen Event den man bis an sein Lebensende nicht vergisst.

Bevor ihr selbst auf Festivals aufgetreten seid, wart da auch selber viel auf Festivals unterwegs?

Maxim: Ne, is mir zu dreckig und zu viele Menschen, das ist unter meinem Niveau, so zu leben. Ich war eben auch auf dem Zeltplatz und das ist eklig.

Ist es Backstage, wie eine Art Klassetreffen oder denkt man sich eher „oh Gott die schon wieder“?

Tarek: Kraftklub reisen uns ja die ganze Zeit hinterher und kopieren ja auch, wie man weiss, unseren Style und versuchen dadurch ein Stück von unserem Ruhm abzubekommen. Aber das geht halt nicht.

Maxim: Sie werden immer ein Stückchen hinter uns bleiben.

Ihr wart ja mit Kraftklub für ARTE „Durch die Nacht“ unterwegs, wenn ihr es nochmal machen könntet, wen würdet ihr aussuchen?

Maxim: Es wär auf jedenfall interessanter mit jemanden das zu machen, mit dem man sich streitet, vielleicht mit unseren Eltern.

Tarek: Oder den Baseballs.

Maxim: Aber die sind verdammt stark, schau dir die mal an, die sind unbesiegbar, aber wir nehmen die Baseballs.

Ihr seit ja zur Zeit auf Festival-Tour, wie sieht denn da euer Tagesablauf aus?

Maxim: Ankommen, in Real fahren Wasserpistolen kaufen, Tarek und Nico damit nerven.

Tarek: auf die Fresse bekommen von Ill Bill.

Maxim: mit Sido koksen, ne eigentlich ist es total langweilig.

Also passiert nix spannendes auf Tour?

Tarek: ne, es ist komplett langweilig bei uns.

Maxim: Wir kriegen auch total zu Recht so viel Geld dafür, weil man muss schon sehr viel Lebenszeit einfach nur „versitzen“.

Habt ihr schon einmal durch einen reinen Zufall eine Chance bekommen?

Tarek: Pete Doherty ist an Aids gestorben.

Maxim: und wir sind dann damals bei Woodstock für ihn aufgetreten. Es war ne grosse Chance und unser Durchbruch damals, obwohl viele Leute nicht mit unserem Stilwechsel vom klassischem Folk zur Rockmusik klar kamen. Es waren halt andere Zeiten.

Gibt es einen Song den ihr überhaupt nicht mehr spielen oder hören könnt?

Maxim: Eigentlich alles, aber man freut sich ja doch das die Leute auch alte Songs noch so krass feiern, aber es nervt eigentlich schon. Man ist ja auch ein bisschen für die Leute da und freut sich ja schon das sie die alten Scheiss Songs feiern.

Hattet ihr mal ne abgefahrene Erfahrung mit nem Fan während einem Konzert?

Tarek: Ja Mia Magma die Nacktrodel-Weltmeisterin ist mal bei uns auf die Bühne gekommen und hat getanzt, während wir performt haben, das war was ganz Besonderes.

Woran arbeitet ihr derzeit? Auf was können sich die Fans freuen?

Tarek: Ich hab bald meinen Führerschein und bin jetzt auch bei MacFit, ich arbeite an mir selbst, ich versuche der perfekte Mensch zu werden und darauf können sich unsere Fans wirklich freuen.

Wo seht ihr euch selbst in 5 Jahren?

Tarek: Ich bin ja ein Medium, ich hab übernatürliche Kräfte

Maxim: Und wo bin ich in 5 Jahren?

Tarek: An der Macht auf jeden Fall

Habt ihr musikalische Vorbilder?

Maxim: Kraftklub auf jeden Fall.

Tarek: Schwierige Frage

Maxim: Aber eigentlich war alles unsere Idee was wir machen. Rap war unsere Idee, Deutsch war unsere Idee, 4/4 Takt war unsere Idee, die 4 Akkorde waren unsere Idee etc.

kraftklubVor ihrem grandiosen Auftritt beim Mini-Rock-Festival trafen wir Kraftklub Gitarrist Steffen Israel und Bassist Till Brummer zum Interview.

Wie läuft die Tour?

Till: Super ist immer voll warm, manchmal gibt’s sogar nen See, indem man rein kann und wir haben sogar vor kurzem nackt Soundcheck gemacht. Hier gibt’s leider keinen See, aber ist auch schön.

Steffen: Du kannst trotzdem nackt sein, wenn du möchtest.

Wie lang geht die Tour noch?

Steffen: Fast jedes Wochenende, das letzte Konzert ist am 15.9. Unter der Woche sind wir in Chemnitz und hängen nur rum und machen nix und am Wochenende fahren wir dann spielen.

Till: Ist echt angenehm also du fährst halt am Wochenende mit Kumpels weg feiern und unter der Woche bist du im Freibad.

Dann seit ihr nicht froh, wenn die Tour vorbei ist?

Till: Naja wenn die Festival-Tour vorbei ist kommt die richtig grosse Tour. Es hört nie auf.

Kraftklub gibt es noch nicht einmal 3 Jahre und ihr seit jetzt mit eurem ersten Album schon extrem erfolgreich, spürt ihr jetzt einen grossen Druck was euer 2. Album angeht?

Till: Es gibt eigentlich gar keinen Druck, entweder man machts so, wie man es jetzt gemacht hat und die Leute sagen „Ey ist doch genau dasselbe“ oder man macht was anderes und die Leute sagen „Ey ist doch voll was anderes“.

Steffen: Man kann quasi nur verlieren und deswegen gehen wir da überhaupt nicht mit irgendwelchen Erwartungen ran, wir wissen eh es geht nach hinten los und wir hören auf (lacht).

Habt ihr schon Pläne bzw. schreibt ihr schon Songs?

Steffen: Doch, aber wir haben noch nicht wirklich angefangen.

Till: Es wird auf jedenfall ohne Gesang, ein bisschen psychedelisch.

Steffen: Mit Trompete so viel können wir schon verraten.

Wie seht ihr eure Zukunft?

Till: Mal sehen, also es gibt immer viele die sagen „Man ihr müsst doch was ordentliches machen, in 5 Jahren stehst du da und keiner kennt die Band mehr“,  aber ist doch egal man kann ja immer irgendwas machen.

Steffen: Da machen wir uns alle glaub ich keine Gedanken, also zumindest keine Sorgen, irgendwas kommt immer.

Denkt ihr das Kraftklub bloss eine kurzfristige Sache ist oder denkt ihr das ihr euch auch langfristig etablieren könnt? Was wären die Alternativen?

Till: Ich würde glaub ich nicht meine Kellner Lehre fertig machen.

Steffen: Ne neue Band auf jedenfall.

Ihr seit ja noch recht jung im Geschäft, hat man sich das so vorgestellt oder gibt es Dinge die euch doch ziemlich überrascht haben?

Steffen: Wir hatten keine Ahnung, wie weit wir in das Geschäft reinkommen. Aber jetzt sind wir relativ gut dabei und es ist viel entspannter, als man sich das vorstellt.

Man stellt es sich ja so vor, dass die Plattenfirma Druck macht etc?

Steffen: Ne das ist ja out sowas, der böse Manager und der dicke Plattenboss.

Hat euch der Erfolg überrumpelt?

Till: Ne was heisst überrumpelt, aber es ging auf jedenfall alles sehr schnell. Aber es gab bestimmt schon sechs Momente, wo wir die übelste Party hätten schmeissen müssen.

Steffen: Haben wir auch jedes Mal.

Till: Ja klar aber es waren immer sehr kurze Abstände. Es ging halt alles sehr schnell und wir hatten gar keine Zeit total abzuheben.

Wollt ihr das noch?

Till: Ja mal sehen wie es weiter geht (lacht).

Steffen: Wir waren auf jedenfall froh, dass es so schnell ging. Wir hatten nicht wirklich Bock, das zu machen was wir gemacht haben. Ich hatte keinen Bock zu studieren und wir waren dann wirklich froh, dass wir uns Vollzeit damit beschäftigen können.

Was habt ihr gegen Josh Homme, also ich fand es ja super das er die Arctic Monkeys produziert hat?

Till: Also man hört an der neuen Arctic Monkeys Platte, dass er auf jedenfall viel Einfluss hatte. Nen sehr verkoksten Einfluss.

Also mögt ihr ihn nicht?

Till: Doch auf jedenfall, wir finden sein Zeug super.

Steffen: Wir finden einfach die Arctic Monkeys Platte nicht so gut und wir schieben dass auf Josh Homme. Obwohl er natürlich ein super Typ ist.

Genau, weil er sie produziert find ich die Platte gut?

Steffen: Ja das ist einfach Geschmackssache, es macht einfach Spass Leute zu ärgern.

Till: Josh Homme hat sich bestimmt richtig geärgert, weil wir das gesungen haben (lacht).

Wie soll eurer Weg weitergehen, eher so wie die Beatsteaks oder ganz nach oben wie die Ärzte und dafür aber auch vom Dorftrottel bis zum Bänker alles im Publikum? Ihr singt ja ihr seit nicht kredibil.

Till: Ändern würden wir nichts an unserem Stil.

Steffen: Wir nehmen uns halt nicht so ernst und ich glaub nicht dass wir irgendwann ne richtig ernste Band werden. Die Ärzte sind ein Vorbild, wie man es als Band machen sollte. Sie hatten auf jeden Fall nen gesunden Werdegang, obwohl es bei ihnen auch sehr lange gedauert hat.

Wie entstehen die Songs bei euch? Wer ist der Diktator?

Till: Wir treffen uns im Wald auf einer Lichtung unter Sternenhimmel und jeder hat die akustische Version seines Instruments dabei und irgendwann bekommen wir Visionen, wie z.B. neulich hatten wir die Vision mit einem Einhorn, also unsere nächste Single wird auf jeden Fall irgendwas mit nem Einhorn (lacht).

Steffen: Wir haben ne Scheibe mit den Akkorden drauf und jeder darf dann mal drehen (lacht).

Gibt es eine Frage, die ihr schon immer mal gefragt werden wolltet?

Till: Warum seht ihr alle so umwerfend aus?

Und warum?

Till: Weil wir auf unsere Körper achten, uns pflegen, nie Alkohol trinken und nicht rauchen.

 

head_sportfreundeDie Sportfreunde Stiller, Deutschlands grösste Indie-Band spielten in Konstanz und zwar nicht bei unserem 1-Tages Festival Rock am See sondern im beschaulichen Kulturladen. Vor ihrem, innerhalb von zwei Stunden ausverkauften Konzert, stand uns Sportfreunde Bassist Rüde Rede und Antwort und plauderte mit uns über vergangenes und zukünftiges.

Wie kommt es dass ihr in Konstanz spielt?

Einfach weil wir zur Zeit Lust haben kleine Konzerte zu spielen, um das ein oder andere neue Lied auszuprobieren und weil es uns wirklich Spass macht.

Habt ihr was neues geplant, ein neues Album?

Wir fangen in ein paar Wochen an aufzunehmen. Wir haben schon einige Lieder, ein paar tolle und ein paar schrottige, potenzielle B- oder C-Seiten (lacht). Wir sind seit Anfang des Jahres im Proberaum, jeder schreibt für sich und sammelt Ideen. Eine Weile haben wir es genossen gar nichts zu machen und getrennte Wege zu gehen. Und dann ist es super, wenn man sich wieder trifft und merkt was man hat.

Was habt ihr die letzten paar Jahre gemacht?

Wir haben sporadisch Konzerte mit Orchester gespielt und ansonsten ist jeder für sich seinen eigenen Plänen nachgegangen. Flo hat ein Buch geschrieben und hat eine Platte aufgenommen mit Harmful (mehr Infos unter www.harmfulweb.com), ich hab ne Platte aufgenommen und produziert mit Fiva & Das Phantom Orchester (mehr Infos unter www.fivasolo.de). Aber hauptsächlich hab ich mich um mein „Studio“ gekümmert, also um den Haufen Elektro-Müll in meinem Keller (lacht). Und der Peter hat auch daheim im Studio gearbeitet oder ist Gassi gegangen. Es hat sich einfach gezeigt dass wir mal Abstand voneinander gebraucht haben.

Nach dem MTV Unplugged, was für jede Band ein Höhepunkt darstellt, war es euch da wichtig alles wieder ein bisschen kleiner zu halten und deshalb auch die Club-Tour zu spielen?

Also erstmal wollen wir ne tolle Platte machen und schauen was dann passiert. Ich hab Lust so weiter zu machen, wie bisher. Grosse Bühnen zu spielen und viele Leute für unsere Musik zu begeistern aber auch schöne, kleine Konzerte. Ich freu mich darauf noch viele Jahre Musik zu machen, weil ich das Leben als Musiker so schätze. Deshalb war auch dieser Sommer so herrlich, weil wir auf den grossen Festivals weiterhin mit dem Orchester aufgetreten sind und dann zusätzlich die Club-Konzerte nur zu dritt gespielt haben. Wir lassen es einfach auf uns zu kommen und schauen was passiert.

Was mögt ihr lieber grosse Festivals oder kleine Club-Konzerte?

Ich find beides super. Ich finde es so schön in einem kleinen Club spielen zu dürfen und ich finde es wunderbar trotzdem auf einer grossen Bühne zu spielen. Man kann beides nicht vergleichen, viele Leute entwickeln eine ganz andere Energie, als wenige Leute und auch das Licht macht einiges aus.  Im kleinen Club ist alles viel direkter und man unterhält sich auch mal mit den Leuten. Ich kann mir z.B. nicht mehr vorstellen nur Hallen-Touren zu spielen.

Die obligatorische Fußball-Frage, denkt ihr auch dass Jogi Schuld ist am Ausscheiden bei der EM?

So ein Schmarrn (lacht), die Italiener waren einfach besser. Die Deutschen waren super und haben uns eine Menge Freude bereitet und dann sind sie halt ausgeschieden. Man soll da nicht so rumweinen und so undankbar sein. Jogi hat so lang einen so guten Job gemacht und auf einmal soll er an allem Schuld sein. So ein blödes, depressives Gelaber.

Wir hatten vor kurzem ein Interview mit Kraftklub und sie haben mich stark an euch erinnert, als ihr angefangen habt. Die Selbstironie und das Gefühl, dass ihr einfach drei Freunde seit, die den Moment geniessen und sich über die Zukunft keine Gedanken machen? Wie erhält man sich als Band dieses Gefühl?

Es ist in erster Linie ein riesen Privileg Musik zu machen und man sollte immer schätzen was man erreicht hat. Je länger man dabei ist und je tiefer man reinrutscht, desto leichter geht der Zauber verloren. Es sind so kleine Sachen, wie dass man hin und wieder Abstand voneinander nimmt und selbstkritisch bleibt oder es dem anderen zugesteht auch einem mal die Meinung zu sagen. Die persönlichen Prozesse in der Band und das Akzeptieren, dass eine Band über jegliche Privatsphäre hinausgeht hilft einem schon sehr weiter.

Gibt es neue Bands, die dir gefallen?

Also Kraftklub find ich schon richtig gut, die entspannte Einstellung, die wilde, lebensfrohe, witzige, selbstironische Musik. Sie haben es geschafft einen eigenen Sound zu finden. Dann mag ich Masimoto sehr gern, „Grüner Samt“ war die letzte Platte die ich gekauft habe. Seit ca. einem Jahr hör ich eigentlich hauptsächlich Laura Marling (www.lauramarling.com), die ist super. Es ist krass, wie so ein junges Mädchen so eine grossartige Musik macht. Von ihrer ersten Platte hat sie die meisten Lieder mit 16, 17 geschrieben, das ist wirklich Wahnsinn. Da krieg ich solche Komplexe, wenn ich sowas höre (lacht). Ansonsten hör ich immer noch viel Gitarrenmusik, die alten Klassiker und jetzt nach dem MCA, von den Beastie Boys gestorben ist, hab ich auch ihre alten Platten wieder rausgeholt.

Wenn keiner mehr Lust auf die Sportfreunde hat und niemand euch mehr hören will, was machst du dann?

Ich würde wahrscheinlich dasselbe machen, wie die letzten Jahre. Ich würde schauen mit wem ich zusammen arbeiten möchte und würde hier und da etwas produzieren. Was auch genauso viel Spass machen kann, wie seine eigene Musik zu spielen. Aber ich würd auch auf jeden Fall irgendeiner sozialen Arbeit nachgehen, dass hat mir schon immer gefallen. Es gibt so viele verschiedene, tolle Felder in denen man arbeiten kann. Ich würd mir aber auf jeden Fall nicht zutrauen mehr als 20 Stunden die Woche zu arbeiten. Nach 15 Jahren als Musiker schaff ich das glaub ich nicht mehr.

Wir wollten eigentlich am Schluss noch Peter fragen, was für ein Sportlehrer er geworden wäre?

Kein Problem ich kenn ihn so gut. ich weiss alles über ihn (lacht). Peter und Flo machen eigentlich beide total viel Sport, aber zur Zeit geht Peter eigentlich mehr Gassi, als dass er sich schwitzend betätigt. Aber er ist ein super Fussballer und hat total viel Engagement bei so Sachen. Wir haben auch schon mal zusammen Sportunterricht gemacht und es ist so krass ihn bei sowas zu sehen. Er stellt sich dann da hin und gibt ganz klare Anweisungen und du weisst nicht, ob er das jetzt aus irgendeinem Trainingskonzeptbuch hat oder suggeriert seine Anweisung nur, das er so tut als ob er irgendwas wüsste. Er bekommt dann aber auch eine Autorität, weil ers halt wirklich kann, er würde sich auf jeden Fall nicht einfach nur hinstellen und die Schüler rumkommandieren. Der Flo ist so ein Typ, der immer der Beste sein möchte und das ist auch der Grund warum er schon alle erdenklichen Freizeitsport Verletzungen hatte. Er wäre auf jeden Fall ein äussert unterhaltsamer und aktiver Sportlehrer.

 

Baroness ☆☆☆
Yellow & Green

VÖ Datum:20. Juli 2012
Genre:
Metal, Rock
Label:
Relapse (Rough Trade)
Info:
www.baronessmusic.com

MA) – Als Fan, der mit schweissnassen Händen und voller kindlicher Vorfreude vom CD-Kauf nach Hause kommt und sich als erstes auf die Anlage stürzt, um endlich nach 3 langen Jahren das neue Baroness Album zu hören, wird man erstmal seine Probleme haben. Man hat es in diesen Tagen nicht leicht, als Fan dieser grossartigen Band. Warum müssen sich Lieblingsbands ständig verändern? Wieso kann eine Band nicht einfach ihr bewährtes Rezept weiterkochen und fertig? Nein man ist jetzt keine Metal-Band mehr sondern fängt an Disco-Beats mit Pink Floyd-Gitarren und Keyboards zu kreuzen. Super!
Nicht das “Yellow&Green” jetzt scheisse wär, nein im Gegenteil, die beiden CDs sind sogar teilweise richtig gut, nur eben nicht mehr das, für was Baroness mit “Red” und “Blue” gestanden sind. John Baizley gröllt am Anfang immer noch prächtig und das ganze macht auch wirklich Spass, aber ab dem fünften Song, wenn der erste Disco-Beat einsetzt ist man ein bisschen verstört und spätestens mit der zweiten CD wird es dann doch sehr ruhig und Baroness driften in Richtung Postrock ab.
Das ist alles wirklich gute Musik, aber als konservativer, verbohrter und total unflexibler Musikhörer will man nicht das Bands, die man schätzt, sich so sehr verändern oder weiterentwickeln, wie solche Veränderungen meistens von Musiker Seite begründet werden.
Aber man kann natürlich auch einfach die alten Platten hören, sich freuen und vielleicht gibt man der neuen noch eine Chance und schätzt das Baroness eben keinen Stillstand produzieren, sondern versuchen einen Schritt nach vorne zu machen.

Tracklist

Disc 1:

1. Yellow Theme
2. Take My Bones Away
3. March to the Sea
4. Little Things
5. Twinkler
6. Cocainium
7. Back Where I Belong
8. Sea Lungs
9. Eula

Disc 2:

1. Green Theme
2. Board Up the House
3. Mtns. (The Crown & Anchor)
4. Foolsong
5. Collapse
6. Psalms Alive
7. Stretchmarker
8. The Line Between
9. If I Forget Thee, Lowcountry

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